Medizin um 1500
- Krankheiten
- Hygiene
- Medizinschulen
- Salerno
- Toledo
- Montpellier
- Hospitäler
- Berühmte Ärzte
- Giovanni Arcolano
- Hieronymus Brunschwig
- Hans von Gersdorff
- Luigi Cornaro
- Eucharius Rößlin
Krankheiten
Die bekannteste Krankheit des Mittelalters dürfte die Pest sein. Die Pest,
auch der "Schwarze Tod" genannt kostete viele Menschenleben. Man versuchte sich
gegen die Krankheit durch das Tragen von Masken und Verbrennen von
Räuchermaterialien und Kräutern zu schützen. Diese
Maßnahem zeigten allerdings kaum Erfolg, da man die eigentlichen
Überträger der Krankheit - Flöhe - noch nicht als solche
ausgemacht hatte. Die Mediziner dachten, dass die Krankheit durch einatmen des
sogenannten "Pesthauches" hervorgerufen würde, der Herz und Lunge
schädige.
Eine andere gefürchtete Krankheit war der "Aussatz", heutzutage unter dem
Namen Lepra bekannt. Man hielt diese Krankheit für hochansteckend, weshalb
die Kranken andere Leute durch Klappern, Rasseln, etc. warnen mussten. Oftmals
wurden die Leprakranken aber auch in "Leprosen- bzw. Sondersiechenhäusern"
untergebracht.
Syphilis war ebenfalls eine Krankheit mit der man zu damaliger Zeit zu
kämpfen hatte. Die Krankheit wurde mit einer, in vielen Fällen ebenso
tödliche Quecksilberkur behandelt. Hierzu wurden die Patienten mit einer
Quecksilberhaltigen Salbe eingerieben und in einen warmen Raum gesperrt in dem
sie bis zu 20 Tage ausharren mussten. Viele überlebten die Kur nicht.
Nicht außer Acht zu lassen sind auch die ernährungsbedingten
Gesundheitsstörungen, wie zum Beispiel Skorbut. Diese traten in Massen
auf, da die Menschen oftmals Hunger zu leiden hatten oder ihnen keine
Früchte oder Gemüse zur Verfügung standen.
Hygiene
Um 1500 gab es noch eine ausgeprägte Badekultur, die allerdings schon
unter der Pest zu leiden hatte, da man jegliche Ansteckungsgefahr vermeiden
wollte. Wenn man die Badehäuser verlässt und sich eine ganze Stadt
vorstellt, wird man vielleicht nur an schlammige und staubige Gassen denken,
was die damalige Realität zumindest teilweise verfehlt. Die Straßen
und Gassen waren natürlich noch nicht so gut ausgebaut wie man es
heutzutage gewöhnt ist, es existierten allerdings schon, teilweise
ziemlich drakonische, Strafen, mit denen deren Verschmutzung geahndet wurde.
Medizinschulen
Um 1500 gab es schon einige große Städte die Medizinschulen bzw.
Universitäten besaßen, an denen Medizin gelehrt wurde. Drei der
bedeutensten Schulen gab es in Salerno, Toledo und Montpellier.
Salerno
Die Ursprünge der Schule reichen weit zurück. Erste Ansätze
einer Vereinigung zur Pflege der Medizin soll es schon um 900 nach Christus
gegeben haben. Ihre Blütezeit erlebte die Schule, in der arabische Texte
übersetzt wurden aber erst im 12. Jahrhundert.
Die Schule bestach zudem durch ihre, zu jener Zeit einmaligen,
Ausbildungsverordnung und ihre Richtlinien zur Arbeit der Apotheker.
Toledo
Als Medizinschule konnte sich die Schule von Toledo nicht mit jener in Salerno
messen, allerdings verfügte die Schule über eine weithin bekannte
Übersetzerwerkstatt.
Montpellier
Das im 12. Jahrhundert gegründete Medizinzentrum, das seine Blütezeit
im 13. Jahrhundert hatte, setzte vor allem auf die eigene klinische
Erfahrungsbildung.
Hospitäler
Die Hospitäler befanden sich meist in der Hand von Ordensgemeinschaften.
Aber es entstanden auch immer mehr städtische Spitäler die sich
selbst organisierten. Diese finanzierten sich durch den Verkauf von
"Pflegeplätzen", das heißt, dass reiche Bürger sich einen Raum
für ihren Lebensabend kaufen konnten und dem Spital somit auch die
Aufgaben eines Altenheimes, für wohlhabende Leute, zufielen.
Berühmte Ärtzte
Berühmte Ärtzte hat es bei allen Völkern, in allen Ländern
und zu alllen Zeiten gegeben. Im folgenden werden nun einige der
berühmtesten Europas um 1500 vorgestellt.
Giovanni Arcolano (* 1390 - 1393 Verona, †
1458 Ferrara)
Arcolonao studierte in Padua, wo er später auch im Fach Medizin
promovierte. Nachdem er mehrere Professuren innegehabt hatte, besetzte er
schließlich den Lehrstuhl für praktische Medizin in Bologna.
Später wurde er Lehrer der Medizin an der Universtät von Ferrara.
Durch seine Erfahrung, der Mitentdeckung der antiken und mittelalterlichen
Tradition und der Mitarbeit in einem persisch-arabisch geprägten
Lehrbetrieb erwarb er sich einen sehr guten Ruf als Arzt bzw. Gelehrter, der
bis ins 16. Jahrhundert hinein erhalten blieb.
Seine beiden bekanntesten Werke sind die 1480 in Padua erschienenen "Practica
Medica" und "Expositio in primam fen. quarti Canonis Avicennae".
Hieronymus Brunschwig (* ca. 1450
Straßburg, † 1512 / 1513 Straßburg)
Nach seiner Ausblidung als Wundarztgeselle nahm er an den Burgunderkriegen teil
und arbeitete anschließend von 1474 bis zu seinem Tod als Stadtartzt in
Straßburg. Sein bekanntestes Werk ist das "Buch der Cirurgia Hantwirckung
der wundartzny ". Des weiteren schrieb er mehrere Bücher zum Thema
Destillation.
Hans von Gersdorff (* um 1455 evtl. Sachsen oder
Lausitz, † um 1529)
Von Gersdorff nahm an den Burgunderkriegen, auf Seiten Straßburgs, teil
und war zudem Wundartzt in Straßburg. Sein bekanntestes Werk ist das
"Feldtbuch der Wundartzney", das zahlreiche Neuauflagen erlebte. Es gibt seine
Erfahrung als praktizierender Artzt wieder und ist außerdem mit sehr
guten und anschaulichen Holzschnitten illustriert.
Luigi Cornaro (* 1467 Padua, † 26.04.1566
Padua)
Cornare war Artzt im italienischen Padua. Seine Interessen galten dem
Gesundheitswesen und der Diätik. Seine Schrift "Discorsi"wurde sogar im
Ausland ceröffentlicht.
Eucharius Rößlin, der Ältere (* ca.
1470)
Er war zuerst Apotheker in Freiburg (im Breisgau) und ab 1506 Arzt der Stadt
Frankfurt am Main. 1511 verließ er für einige Zeit Frankfurt und
arbeitete in Worms, kehrte allerdings wieder in die Mainmetropole zurück.
Sein bekanntestes Werk war "Der Swangern Frauen und hebammen Rosegarten". Es
machte ihm zu einem Experten auf dem Gebiet der Gynäkologie, bzw.
insbesondere in Sachen Hebammenlehre.